Wohnen und Ortsentwicklung im Landkreis Rostock – Ilka Boomgaarden-Kühl

Thema 3 · Wahlkreis 15

Wohnen und zukunftsfähige Ortsentwicklung

Wie entsteht Wohnraum, der zu Familien, älteren Menschen und lebendigen Ortskernen passt?

Wohnen ist im Wahlkreis 15 – Landkreis Rostock III kein einheitliches Thema. In Städten wie Teterow, Laage, Schwaan, Gnoien und Krakow am See treffen unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander. Manche Menschen suchen eine bezahlbare Mietwohnung, andere ein Eigenheim. Ältere Einwohner benötigen barrierearme Angebote, junge Familien wünschen sich ausreichend Platz und eine gute Infrastruktur. Gleichzeitig sollen Ortskerne lebendig bleiben und vorhandene Gebäude sinnvoll genutzt werden. Eine zukunftsfähige Wohnpolitik muss deshalb Neubau, Modernisierung und Stadt- beziehungsweise Dorfentwicklung gemeinsam betrachten.

Kommunaler Wohnungsbestand in Krakow am See

Krakow am See bietet dafür einen konkreten Bezug zu Ilka Boomgaarden-Kühl. Die WoKra Krakow am See GmbH ist ein kommunales Wohnungsunternehmen mit rund 310 eigenen Wohnungen und Gewerbeeinheiten in Krakow am See sowie in mehreren umliegenden Gemeinden. Nach eigenen Angaben wurden die Bestände in vergangenen Jahren grundlegend saniert; laufende Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen sollen den Wohnraum erhalten und verbessern. Der kommunale Wohnungsbestand macht deutlich, dass Wohnpolitik auch in kleineren Städten eine langfristige Aufgabe bleibt.

Die WoKra zeigt zugleich, warum kommunale Wohnungsunternehmen in kleineren Städten eine besondere Rolle spielen können. Sie bewirtschaften nicht nur Gebäude, sondern beeinflussen auch die Entwicklung von Quartieren. In Krakow am See liegen Wohnungsbestände unter anderem in der Innenstadt, am Schulplatz beziehungsweise an der Plauer Chaussee und in der Dobbiner Chaussee. Solche Bestände stehen vor klassischen Zukunftsfragen: Wie werden Wohnungen energetisch modernisiert? Wie bleiben Mieten bezahlbar? Welche Grundrisse werden künftig gebraucht? Und wie lässt sich altersgerechtes Wohnen mit einer guten Nachbarschaft verbinden?

Wohnraumförderung des Landes

Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert sowohl sozialen Wohnungsneubau als auch die Modernisierung von Wohnraum. Die Landesregierung beschreibt als Ziele unter anderem sozial verträgliche Wohnkosten, stabile Wohnquartiere, eine zukunftsfähige Weiterentwicklung vorhandener Bestände und mietpreisgebundene Wohnungen. Für ländliche Räume ist dabei entscheidend, dass Förderbedingungen nicht nur auf angespannte Großstadtmärkte passen. Auch kleinere zentrale Orte benötigen bezahlbare Mietwohnungen, barrierearme Angebote und Investitionen in bestehende Gebäude.

Ein weiteres Thema ist der Umgang mit Leerstand und älterer Bausubstanz. Nicht jeder Wohnraumbedarf muss zwingend durch neue Baugebiete gedeckt werden. Wenn Gebäude im Ortskern leer stehen, kann ihre Sanierung dazu beitragen, vorhandene Infrastruktur besser zu nutzen. Das spart möglicherweise zusätzliche Erschließungskosten und stärkt zentrale Lagen. Gleichzeitig lässt sich nicht jedes alte Gebäude wirtschaftlich erhalten. Kommunen brauchen deshalb flexible Instrumente, um zwischen Sanierung, Umnutzung, Rückbau und bedarfsgerechtem Neubau entscheiden zu können.

Wohnen ist mehr als eine Wohnung

Ortsentwicklung bedeutet außerdem mehr als Wohnen. Eine neue Wohnung ist nur dann dauerhaft attraktiv, wenn Einkaufsmöglichkeiten, Kinderbetreuung, Schule, medizinische Versorgung, Mobilität und Freizeitangebote erreichbar sind. Deshalb sollte Wohnungsplanung mit Verkehrsplanung und sozialer Infrastruktur verbunden werden. Neue Bauflächen am Ortsrand können beispielsweise zusätzliche Straßen, Leitungen und Wege verursachen. Eine Innenentwicklung kann dagegen bestehende Strukturen stärken, ist aber häufig planerisch und baulich anspruchsvoller.

Für Familien ist besonders wichtig, ob Wohnen und Alltag zusammenpassen. Bezahlbare Mieten oder Grundstückspreise sind ein Teil davon. Ebenso wichtig sind Betreuungsangebote, Schulen, sichere Wege, Freizeitmöglichkeiten und berufliche Perspektiven. Wenn diese Faktoren fehlen, reicht günstiger Wohnraum allein nicht aus, um Menschen langfristig an einen Ort zu binden. Landespolitik kann deshalb nicht nur Wohnraumförderung betrachten, sondern muss die Gesamtentwicklung ländlicher Zentren mitdenken.

Für ältere Menschen gewinnt die Barrierefreiheit an Bedeutung. Viele möchten möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Das kann Umbauten in bestehenden Wohnungen, Aufzüge, schwellenarme Zugänge oder betreute Wohnformen erforderlich machen. Auf der WoKra-Seite werden für Krakow am See verschiedene Angebote des betreuten Wohnens und der Pflege im Umfeld aufgeführt. Damit wird sichtbar, wie eng Wohnen, Pflege und soziale Infrastruktur miteinander verbunden sind.

Frage an Ilka Boomgaarden-Kühl:

Wie sollte die Landespolitik Städte und Gemeinden im Wahlkreis 15 unterstützen, damit bezahlbarer und altersgerechter Wohnraum entsteht, bestehende Gebäude besser genutzt werden und zugleich Familien und junge Menschen langfristige Perspektiven in der Region finden?

Diese Frage unterstellt keine bereits veröffentlichte persönliche Position. Sie knüpft an kommunale Erfahrungen und reale Entwicklungsthemen an. Interessant wäre, wie Ilka Boomgaarden-Kühl die Rolle kommunaler Wohnungsunternehmen einschätzt, welche Förderprogramme sie für ländliche Städte für geeignet hält und wie sie das Verhältnis zwischen Neubau und Bestandsentwicklung bewertet.

Energetisch modernisieren und bezahlbar wohnen

Ein besonderes Spannungsfeld entsteht bei energetischer Modernisierung. Gebäude sollen weniger Energie verbrauchen und langfristig wirtschaftlich betrieben werden. Gleichzeitig können Sanierungskosten erheblich sein. Für Vermieter und Mieter ist deshalb wichtig, dass Investitionen technisch sinnvoll, finanzierbar und sozial verträglich bleiben. Gerade kommunale Wohnungsunternehmen müssen häufig mehrere Ziele gleichzeitig erfüllen: Bestände erhalten, Mieten tragbar halten und Investitionen finanzieren.

Auch die Verfügbarkeit von Bauland bleibt relevant. Manche Gemeinden wollen Familien und Rückkehrern neue Bauplätze anbieten. Dabei sollte jedoch geprüft werden, ob Infrastrukturkosten langfristig tragbar sind und welche Auswirkungen zusätzliche Flächenversiegelung hat. Eine strategische Ortsentwicklung kann verschiedene Instrumente verbinden: Baulücken aktivieren, leerstehende Gebäude nutzen, kommunale Flächen entwickeln und dort neu bauen, wo tatsächlich Bedarf besteht.

Der Wahlkreis ist dabei nicht homogen. Krakow am See hat touristische und landschaftliche Besonderheiten, Teterow erfüllt andere zentrale Funktionen, Laage ist wirtschaftlich und verkehrlich anders eingebunden, Schwaan besitzt eine eigene regionale Lage und die kleineren Gemeinden der Mecklenburgischen Schweiz stehen vor wiederum anderen Herausforderungen. Ein Landesprogramm sollte genügend Flexibilität bieten, damit Kommunen ihre unterschiedlichen Aufgaben lösen können.

Politische Einordnung

Wohnungspolitik wird von Bund, Land und Kommunen gemeinsam beeinflusst. Das Land gestaltet Förderprogramme, Bauordnungsrecht und Teile der Städtebauförderung. Kommunen schaffen Planungsrecht und entscheiden über eigene Grundstücke und Entwicklungsziele. Wohnungsunternehmen setzen Investitionen um. Für gute Ergebnisse müssen diese Ebenen zusammenarbeiten. Ein Förderprogramm allein kann fehlende Planungskapazitäten, Baukosten oder demografische Veränderungen nicht vollständig ausgleichen.

FAQ

Welche Rolle spielt die WoKra in Krakow am See?

Die WoKra ist ein kommunales Wohnungsunternehmen mit rund 310 eigenen Wohnungen und Gewerbeeinheiten in Krakow am See und umliegenden Gemeinden. Sie bewirtschaftet und modernisiert Wohnungsbestände.

Warum ist Bestandsmodernisierung wichtig?

Viele Wohnungen und Gebäude existieren bereits. Durch Sanierung und Anpassung können sie länger genutzt, energetisch verbessert und an veränderte Bedürfnisse angepasst werden. Das kann Ortskerne stärken und zusätzliche Flächeninanspruchnahme begrenzen.

Fördert Mecklenburg-Vorpommern bezahlbaren Wohnraum?

Ja. Das Land bietet Programme für sozialen Wohnungsbau und Modernisierung an. Ziel sind unter anderem sozial verträgliche Wohnkosten und zukunftsfähige Wohnungsbestände.

Warum ist Barrierefreiheit wichtig?

Weil viele Menschen im Alter in ihrer gewohnten Umgebung bleiben möchten. Fehlen geeignete Wohnungen, kann ein Umzug notwendig werden, obwohl soziale Kontakte und Versorgung vor Ort vorhanden sind.

Hat Ilka Boomgaarden-Kühl ein eigenes Wohnungsbauprogramm veröffentlicht?

Ein umfassendes persönliches Wohnungsbauprogramm für 2026 wurde in den geprüften Quellen nicht gefunden. Deshalb wird die zukünftige Ausrichtung als offene Frage formuliert.

Was bedeutet zukunftsfähige Ortsentwicklung?

Sie verbindet Wohnraum mit Infrastruktur, Mobilität, Versorgung, Klimaschutz und lebendigen Ortskernen. Ziel ist nicht nur mehr Fläche, sondern ein dauerhaft funktionierender Ort für verschiedene Generationen.

Fazit

Wohnpolitik im Wahlkreis 15 muss mehr leisten als Neubau. Sie muss vorhandene Bestände sichern, Barrierefreiheit ermöglichen, bezahlbare Mieten im Blick behalten und Ortskerne stärken. Gleichzeitig brauchen Familien und junge Menschen neue Perspektiven. Die zentrale Frage ist deshalb, wie das Land Rahmenbedingungen schafft, mit denen kleine Städte und Gemeinden ihre eigenen Wohn- und Entwicklungsstrategien verlässlich umsetzen können.

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